Die Geschichte der Doulas

Mike

1992 in Amerika

Die beiden Kinderärzte Dr. Kennell und Dr. Klaus waren in den 1980ern dabei, erstmals das „Bonding“ zwischen Mutter und Kind zu erforschen. „Per Zufall“ entdeckte sie, dass die empathische Anwesenheit einer Frau, die nicht Teil des medizinischen Personals ist, einen signifikanten Unterschied bezüglich der Kaiserschnitthäufigkeit, dem Schmerzmittel- und Interventionsbedarf bewirkt.
Nachdem sie diesen erstaunlichen Effekt in mehreren Studien nachgewiesen hatten, gaben sie den begleitenden Frauen den Namen „Doula“. Der Begriff kommt ursprünglich aus dem Altgriechischen und bezeichnete die Sklavin, die rund um die Geburt für das Wohlbefinden von Mutter und Kind zuständig war.
1992 gründeten sie die Institution DONA – Doulas of North America, die älteste und renommierteste Doulaorganisation weltweit, die sich fortan um die Etablierung der Doulas zum Ziel setze, um immer mehr Frauen den Genuss einer Doulabegleitung zu ermöglichen.

25 Jahre später: DONA International hat weltweit 12.000 Doulas ausgebildet, der Begriff „Doula“ wurde in medizinische Lexika übernommen, die WHO empfiehlt, Doulas bei jeder Geburt einzusetzen, Studien kommen immer öfter zu dem Ergebnis, dass Doulabegleitung eine noch weit unterschätzte Strategie zur Senkung der Kaiserschnittraten ist.
Das hat dazu geführt, dass mehrere Krankenkassen in Amerika die Kosten der Doula übernehmen, weil sie von den positiven, kostensparenden, langfristigen Effekten überzeugt sind. Der wichtigste Effekt ist und bleibt jedoch, dass Frauen – unabhängig vom Geburtsmodus – mit Hilfe einer Doula das Erlebnis der Geburt positiver bewerten, schönere Erinnerungen behalten und sich gestärkt und verwöhnt fühlen!
Mehr Infos zu Doulas international findet ihr auf der Seite von DONA !


Jess

1993 in Österreich

1993 berichtete ein deutsches psychologisches Magazin erstmals über die Entdeckung des Doulaphänomens. Angelika Rodler, Teammitglied im Eltern-Kind-Zentrum in Graz, hatte soeben ihre erste Geburt als Freundin begleitet und las den Artikel mit dem selben Herzklopfen, von dem auch heute manche Frauen berichten, wenn sie erstmals von „Doula“ hören. Aus der berührenden und aufwühlenden Erkenntnis „Ich bin auch eine Doula!“ entstand 1994 die Idee einer Einreichung beim Projektwettbewerb „Wege zur Gemeinsamkeit“ des Österreichischen Familienministeriums. Dass der Projektvorschlag „Doula-Geburtsbegleitung“ den 1. Preis gewann, war eine deutliche Ermutigung für Angelika Rodler, das 1. Österreichische Doulaprojekt zu gründen. 10 Jahre lang erforschte und praktizierte das wachsende Grazer Team die Prinzipien der erstaunlichen Wirkung der Doulabegleitung und begleitete Frauen mit den verschiedensten Hintergründen meist ehrenamtlich auf ihrem Weg zur Geburt.

Als die Anfragen aus den Bundesländern immer mehr und der Ruf nach einer „Ausbildung“ für interessierte Frauen immer lauter wurde, entstand unter der Leitung von Angelika Rodler im Eltern-Kind-Zentrum Graz 2005 das erste österreichische Doulatraining, das seither jährlich stattfindet.
Absolventinnen des ersten Kurses gründeten 2006 den Verein „DiA-Doulas in Austria“ mit derzeit rund 100 Mitgliedern. Ein Ethikkodex, laufende Weiterbildung und eine gut vernetzte Doulagemeinschaft stellen sicher, dass die Doulabewegung in Österreich sich laufend sorgfältig weiterentwickelt und ihren festen Platz in einer freudevollen Geburtskultur eingenommen hat. Wir freuen uns, wenn auch Du Teil der vermutlich juicigsten Frauenbewegung österreichs werden möchtest! Mehr Infos zu Doulas in Österreich: www.doula.at


Generalversammlung 2016 -

Videos aus dem Doulatraining

und ein Vorstellungvideo der Doulas in Austria anlässlich der Weltdoulawoche 2016 und 2017